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Spurensuche: Besuch in der Gedenkstätte Ahlem

Geschichte vor Ort zu begegnen hinterlässt Spuren. Bei einer Führung durch die Gedenkstätte Ahlem erfuhr der Niveaukurs Geschichte (eA13) mit seiner Geschichtslehrerin Ute Schröder, wie radikal die antisemitische Politik der Nationalsozialisten das Leben in der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem und das Leben der jüdischen Bevölkerung in Hannover allgemein veränderte.

Beim Gang durch das Treppenhaus im ehemaligen Direktorenhaus fällt der Blick auf 16 Schülerinnen und Schüler, die lachend aus ihrem Klassenfenster im Nebengebäude blicken - großformatig verewigt auf einem Foto an der Hauswand. Zum Zeitpunkt der Aufnahme, 1938, war die europaweit bekannte Gartenbauschule noch eine Art Insel, die die Absolventen für Berufe in den Bereichen Gartenbau und Handwerk qualifizieren und gleichzeitig auf die Emigration vorbereiten sollte.

Die Gedenkstätte Ahlem veranschaulicht die wechselvolle Geschichte des Ortes von der Gründung 1893 bis zu ihrer offiziellen Schließung 1942 und zum Gestapo-Sitz (dauerhaft ab Oktober 1943). Auf dem Gelände befanden sich ab ab Frühjahr 1942 auch ein sogenanntes Judenhaus sowie die Sammelstelle für die Deportation jüdischer Menschen aus Hannover, Hildesheim und der Region.

Wie gezielt die Nationalsozialisten auch Sprache zur Verschleierung oder Verharmlosung einsetzen, betonte Thomas Lippert, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Ahlem, gegenüber dem Kurs des Hannoverkollegs mehrfach. Wurde die Macht von den Nationalsozialisten 1933 „ergriffen" oder wurde sie „übertragen"? Warum sprechen Quellen vom „Ausbruch" des Zweiten Weltkriegs, obwohl es sich keineswegs um ein Naturereignis handelt. Und wie menschenverachtend ist ein System, dass hunderttausende Ermordungen 1942 offiziell als „Endlösung" beschließt?

Gleichzeitig verwies Lippert darauf, dass es laut den Berichten von Beobachtern und Betroffenen selbst innerhalb der Gestapo unterschiedliche Arten des Umgangs mit Juden und Häftlingen gab - von administrativ „korrekt" bis zum Verhalten als „übler Schläger". Ein Gestapo-Mitglied lehnte die Teilnahme an einer Massenerschießung von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen kurz vor Kriegsende sogar ab, ohne dass dieses Verhalten sanktioniert wurde.

Die Schülerinnen und Schüler der Israelitischen Gartenbauschule hatten ähnliche Ziele wie Jugendliche oder junge Erwachsene heute: Sie wollten lernen, ihre Ausbildung beenden, ins Berufsleben starten. Aber sie lebten in einer anderen Zeit. Als Menschen jüdischen Glaubens wurden sie diskriminiert, verfolgt, umgebracht. Für viele von ihnen begann hier ab 1941, gemeinsam mit jüdischen Menschen aus der Region, eine Reise ins Ungewisse. Sie endete in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslagern in Osteuropa. Von den 2173 Menschen, die aus Ahlem deportiert wurden, überlebten nur 144. (scr)

Quellenangabe zum Historischen Foto: Herbert Sonnenfeld, Volksschüler der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem im Neubau, Ahlem (bei Hannover) 1938; Jüdisches Museum Berlin, Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

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