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Latein - keine tote Sprache!

Oft hört man ja, dass Latein ja eine "tote" Sprache sei, die niemand mehr spreche und daher auch niemand mehr lernen müsse. Doch schon ein erster Blick zeigt, dass die Spuren des Lateinischen noch immer sehr zahlreich sind:

1. Fremdwörter

Ein großer Teil unserer Fremdwörter ist auf direktem Weg oder über andere Sprachen (Französisch, Englisch, ...) vom Lateinischen her zu uns gekommen, z.B.:

Republik
von lat. res publica : das, was alle angeht
Kanzler von lat. cancellarius: Vorsteher der Kanzlei
Minister von lat. minister: Diener, Untergebener

2. Fachterminologie in Medizin und Biologie

In der Medizin und der Biologie werden Körperteile, Krankheiten sowie Pflanzen und Tiere nach einer lateinischen Systematik benannt. So sind sie überall auf der Welt verständlich.

 

tibia Schienbein
rabies Tollwut
homo sapiens sapiens Gattungsname für den heutigen Menschen

 3. Romanische Sprachen

Im Westteil des Römischen Reiches war Latein die Universalsprache, aus der sich viele heutige Sprachen entwickelt haben (z. B. Italienisch, Spanisch, Französisch). Wer Latein kann, beherrscht so schon einen großen Teil des Wortschatzes und der Grammatik der romanischen Sprachen:

 

Latein Italienisch Spanisch Französisch Englisch
vivus vivo vivo vif, vive vivid
humanitas l'umanitá la humanidad l'humanité humanity
vinum il vino el vino le vin wine

Wem das als Motivation noch nicht ausreicht, der lässt sich vielleicht von einem der folgenden Gründe überzeugen:

Wer Latein lernt,

  • lernt die Kultur der Antike kennen: Literatur, Recht, Rhetorik, Philosophie, Gesellschaftsordnung, Bildungswesen, Staatsverfassung. Vieles davon ist auch für unsere Gesellschaft noch grundlegend.
  • lernt die Grundlagen der Grammatik, gewinnt einen vertieften Einblick und ein besseres Verständnis auch der eigenen Muttersprache und schult seine Ausdrucksfähigkeit darin.
  • schult das logische Denken, indem er systematisch darauf achtet, sprachliche Signale zu erkennen, zu kombinieren und im Rahmen des problemlösenden Denkens zu einer Lösung zusammenzufügen.

Lateinunterricht am Kolleg

Der Lateinunterricht gliedert sich in zwei große Abschnitte .

  1. In der Lehrbuchphase erfolgt die Einführung in die lateinische Sprache und die Welt der Römer anhand des Lehrbuches Cursus brevis. Dabei erarbeiten wir mit Ihnen einen lateinischen Grundwortschatz. Sie erlernen die Grundlagen der lateinischen Grammatik und üben die Erschließung, Übersetzung und Interpretation lateinischer Texte. Daneben erwerben Sie sich ein kulturhistorisches Hintergrundwissen über die Antike.
  2. In der anschließenden Lektürephase (ab KLasse 12/2) vertiefen Sie Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in der Auseinandersetzung mit lateinischen Originaltexten. Neben den "klassischen Schulautoren" wie Cicero oder Plinius können dies auch lateinische Texte aus dem Mittelalter oder der Bibel sein. Thematische Schwerpunkte einzelner Kurshalbjahre könnten z.B. sein:
  • Plinius' Zeit im Spiegel seiner Briefe
  • Mythologie (Hygin, Phaedrus)
  • Kulturkriminalität (Cicero gegen Verres)

In der Einführungsphase wird Latein am Hannover-Kolleg fünfstündig unterrichtet. Sie erfüllen damit die Belegverpflichtung einer zweiten Fremdsprache. In der Qualifikationsphase können Sie Latein als vierstündiges Unterrichtsfach fortführen. Sie haben zudem die Möglichkeit, Latein als fünftes Prüfungsfach (mündlich) zu wählen.
Wenn Sie Latein drei Jahre durchgängig belegen, bekommen Sie auf dem Abiturzeugnis den Erwerb des Kleinen Latinums bescheinigt. In vielen Studiengängen an den Universitäten werden nach wie vor Lateinkenntnisse verlangt. Hier können Sie sich über an Unversitäten geforderte Lateinkenntnisse informieren.

Anders als im Englisch- oder Französischunterricht geht es im Lateinunterricht nicht darum, lateinisch miteinander zu sprechen oder lateinische Aufsätze zu schreiben. Nicht die aktive Beherrschung der Fremdsprache, sondern die Übersetzung und Interpretation vorliegender Texte stehen im Mittelpunkt des Unterrichts.
Sie lernen, sprachliche Formen genau zu analysieren und ihre Funktion in dem gegebenen Kontext zu bestimmen. Sie vergleichen morphologische und syntaktische Strukturen, stellen Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Wechselbeziehungen fest. Der Lateinunterricht wird somit zum Sprachunterricht im eigentlichen Sinne des Wortes. Ein Unterricht, der immer wieder dazu anregt, über das Wesen von Sprache, ihre Form und ihre Funktion nachzudenken.

Für wen ist Latein geeignet?

Latein empfiehlt sich dann für Sie, wenn Sie

  • lieber Texte untersuchen, analysieren und interpretieren als in einer fremden Sprache mit anderen kommunizieren.
  • gerne mathematisch-logische Aufgaben lösen und so lange kombinieren, bis Sie die Lösung gefunden haben.
  • Interesse an historischen Zusammenhängen haben.
Wozu Latein? (Weitere Informationen für Ihre Fremdsprachenwahl)

Abendgymnasium HannoverAbendgymnasium Hannover


Das Abendgymnasium wendet sich an Erwerbstätige, die berufsbegleitend einen höheren Schulabschluss und die Erweiterung ihrer Allgemeinbildung anstreben. 

www.abendgymnasium-hannover.de

Termine

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